An der Börse gewinnt man immer

Ein kluger Mann sagte mir vor kurzem: Es sei ja so, daß man an der Börse immer gewinne. Unter der einen Bedingung, daß man nicht verkaufen müsse, wenn die Kurse fallen. Das ist ein interessanter, elitärer Gedanke. (Natürlich sehr elitär ;-) : Denn das Argumentationsschema beruht auf der Voraussetzung, daß der Investor so viel hat, daß er es nie braucht.)

Aber selbst dann ist die Überlegung nicht richtig und folgt dem Selbstblendungsmechanismus des Kapitals. Sie gilt nur so lange, wie das Geld in der Form, in der es jetzt aufgelegt ist, Bestand hat und solange die Güter oder Dienstleistungen a) hergestellt werden können und b) Abnehmer finden.

Damit stehen drei Mechanismen gegen die verkürzte “An der Börse bin ich sicher, wenn ich nur reich genug bin”-Überlegung:

1. Das Geld und seine Gesetze verändern sich.

2. Die Produktion (bisheriger Waren und Dienstleistungen) endet.

3. Die Nachfrage (nach bisherigen Waren und Dienstleistungen) endet.

Das Urteil meines Gesprächspartners beruht im Prinzip darauf, daß er in engen, materiellen Grenzen denkt. In dem Moment, in dem die Nichtwahrnehmung der über das Stoffliche hinausgehenden Wirklichkeit endet, wird das, was an der Börse und bei den Banken Wert hatte, nicht nur wertlos, sondern sogar teuer: Es hat hohe Kosten verursacht, die jetzt sichtbar werden und bezahlt werden müssen.

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